St. Lucia ist ein Inselstaat in der Karibik. Er befindet sich auf der gleichnamigen Insel und umfasst eine Fläche von ca. 620 qkm. Etwa 175.000 Menschen leben in St. Lucia, die meisten in und um Castries, der Hauptstadt des Staates. Als ehemalige Kolonie Großbritanniens ist St. Lucia Mitglied des Commonwealth of Nations, ist aber ein völlig eigenständiger Staat mit einem Parlament an dessen Spitze der Premierminister steht.
Auf St. Lucia herrscht ein gewisser Wohlstand, was vor allem auf die gut florierende Tourismusindustrie des Landes zurückzuführen ist. Zudem existiert auch ein Dienstleistungssektor in Form von Banken und ähnlichem, sowie verarbeitende Industrie. Der Export von Gütern ist neben dem Tourismus der Hauptwirtschaftszweig St. Lucia. In der Industrie und im Exportsektor sind auch die meisten Bewohner beschäftigt. Es herrschen sehr enge Beziehungen zu anderen Staaten der Erde, besonders zu den Anderen Inseln unter dem Winde, den USA und der EU.
Die meisten Bewohner St. Lucias sind Schwarze. Sie machen etwa 80% der Gesamtbevölkerung aus. Der Rest sind überwiegend Weiße und Mischlinge. Zudem gibt es auch kleine indischstämmige und chinesische Minderheiten. Offizielle Verkehrssprache auf St. Lucia ist Englisch, jedoch wird unter den Einheimischen oft das Patois gesprochen. Patois ist ein französischer Dialekt, der während der französischen Herrschaft entstand.
Etwa 70% der Bevölkerung bekennen sich zur katholischen Kirche, weitere 20% sind protestantische Christen, allen vorran Aglikaner und Evangelische. Die übrigen 10% sind meist entweder konfessionslos oder Mitglieder der Rastafari.
Da der größte Teil der Einwohner aus Christen besteht und alle unabhängig von Geschlecht, Hautfarbe, Konfession oder Herkunft gleich behandelt werden, gibt es praktisch keine Konflikte. Das gilt auch zwischen Einheimischen und auf St. Lucia lebenden Ausländern. Dabei stellen die Amerikaner, die Briten und Bürger von anderen Inselstaaten der Karibik den größten Anteil an Ausländer.
Im Jahre 1500 wurde die Insel von Columbus entdeckt. Um 1650 siedelten Franzosen auf der Insel, später zunehmend auch Briten. In den kommenden 150 Jahren wechselte deshalb 14 Mal der Besitzer der Insel, bis sie 1814 endgültig den Briten zugesprochen wurde. Während dieser Zeit wurde auch die indianische Urbevölkerung durch eingeschleppte Krankheiten, aber auch durch gezielte Aktionen seitens der Kolonisten nahezu ausgerottet oder vertrieben. Um die Arbeit auf den von Briten errichteten Zuckerrohrplantagen zu bewältigen, wurden schwarze Sklaven aus Afrika auf die Insel gebracht. Nachdem es mit anderen Inseln schon eine Teilautonomie erlangt hatte, wurde St. Lucia 1979 endgültig unabhängig.